Mittwoch, 18. Januar 2012

Back to the roots

Wie habe ich gestern bei facebook gelesen: Nichts ist für immer, das einzige was gleich bleibt, ist die Veränderung.

Und diese Veränderung gibt es nun einmal mehr bei mir. Nach meiner Rückkehr aus Canada stand die Frage im Raum: Was nun? Noch einmal zurückgehen, einen Job dort suchen und das Visum bis August ausnutzen oder in Deutschland einen Anstellung suchen? Ich schrieb sowohl Bewerbungen für Canada als auch für Deutschland, beschloss zu schauen, was sich ergibt und dann zu entscheiden. In Sachen Canada tat sich nicht wirklich etwas. Auch für meine Wohnung zur Untermiete meldete sich niemand. In Deutschland dagegen tat sich sehr schnell was. Ich befand mich quasi mal wieder auf der Überholspur und hatte vor zwei Tagen meinen neuen Arbeitsvertrag auf dem Rechner. Und ich muss wirklich sagen, es macht mir schon etwas Angst, wie das Glück im Moment mich begleitet. Nach einer Traumreise, jetzt die Erfüllung meines Wunsches nach der Rückkehr zu den Wurzeln. Für mich war klar, NRW oder Berlin. So gingen auch meine Bewerbungen nach Düsseldorf, Oberhausen, Köln und Essen und in die Hauptstadt. Von letztgenannten bekam ich als erstes eine Rückmeldung und mit so einem verlockenden Angebot, dass ich nicht nein sagen konnte. Und so werde ich ab 1. Februar also in ein paar Tagen neue Einwohnerin von Bärlin sein.

Früher oder später wäre ich zurückgegangen, zu sehr hänge ich an meiner Familie und an meinen alten Jugendfreunden. Doch es schwingt auch Wehmut mit. Ich werde die Lehrgänge und Wettkampffahrten mit Schelle sehr vermissen und viele besondere Menschen hier. Meinen Sportler Kim, Trainer Oschi mit seinem Charme und Witz, meine Ersatzfamilie mit Jürgen, Andrea und Kim Julia, einen großen Teil meiner Ex Kollegen - ihr wart wirklich toll - meine Badmintonpartnerin Suse - gegen sie gewann ich nie einen Satz - meinen Radtrainingsbegleiter Jan - der mich mit seinem 20 Jahre alten Rennrad am Berg einfach stehen gelassen hat oder Karin und die langen Quasselnächte gespickt mit lecker Essen. Doch ich verspreche und das sind nicht nur leere Worte. Bei mir gibt es kein aus den Augen aus den Sinn. Das das über elf Jahre auch mit meinen "Ossifreunden" geklappt hat, so sehr, dass sie mit ein Grund sind, dass es mich nach Hause zieht, ist wohl ein Beweis dafür. Und wenn ihr mal in Berlin seid, dann würde ich mich freuen, wenn ihr Zeit für nen Café zum Beispiel auf dem Alex habt.

Passt in jedem Fall auf euch auf, bleibt gesund und habt Sonne im Herzen.

bis bald
eure Lilli

Freitag, 16. Dezember 2011

Time to say GOODBYE and THANK YOU

Meine Zeit in Kanada geht zu Ende und irgendwie spielen meine Gefühle Achterbahn. Auf der einen Seite freue ich mich auf meine Familie, auf meine Freunde und auf Weihnachten, auf der anderen Seite werde ich diese Zeit hier am anderen Ende der Welt vermissen.


Ich bin vier Monate durch ein Land gereist, was ich im vergangenen Jahr lieben gelernt habe. Keine Minute habe ich meine Entscheidung meinen Job aufzugeben und einfach mal an mich zu denken, bereut. Ich glaube, alle die meinen Trip ein wenig verfolgt haben, werden das gemerkt haben. Oft musste ich mich kneifen um zu realisieren, dass ich das alles nicht träume. Und ja, das ein oder andere Mal liefen auch einfach so Tränen über die Wangen. Tränen des Glücks und der Dankbarkeit. Dankbarkeit vor allem meiner Familie gegenüber. Klar habe ich das hier alles selber organisiert und gemanagt, ich bin ja auch schon groß, aber ohne die richtige Einstellung zum Leben, hätte ich vielleicht nicht das nötige Kleingeld auf meinem Konto gehabt, um das hier zu finanzieren. Und diese Einstellung hat mich meine Familie gelehrt.


Ich habe verrückte Typen getroffen, aber auch Menschen, die meine Reise so unvergesslich machen. Wäre ich ohne Susann, geborene Ossiline und nun in Frankfurt zu Hause und dem Schweizer Madel Steffi den Kings Thron hochgelaufen, wo ich mir vor Angst fast in die Hose gemacht habe? Hätte ich es ohne den Aussie Rob bis Alaska geschafft? Hätte ich die Northern Lights, die ATV Tour mit den Hundeschlitten oder die Wildlife Tour ohne die Jungs von Northern Tales so genossen? Hätte ich ohne Claudia aus München / Mannheim oder Anton aus Rotterdam, den ich nicht überreden konnte, Ajax Fan zu sein, die Aussicht vom Mount Edith Carvell so genießen zu können, ohne Ansgar aus Gießen, Melanie aus Frankreich, Lukas aus Tübingen, Marcio und Danielle aus Brasilien und den in München lebenden Franzosen Loic so angenehme Stunden in Jasper erlebt? Nicht zu vergessen die Thistle Farm in Kamloops. Oh man, ich hätte was im Leben verpasst, wenn ich da nicht gewesen wäre. Debbie, Dieter, Ryan, Hanny, Werner, Carol, Pat, Bran, Angela, Laura und und und. Und was wäre gewesen, wenn mein Bruder nicht zu Besuch gekommen wäre? Hätte ich im Luxus B&B Cedar Springs Lodge in Whistler bei Jackie und Jörn eingecheckt und nach dem Frühstück jeden Tag das Gefühl gehabt, drei Kilo zugenommen zu haben und die coole Ziptrek Tour gemacht? Wäre ich noch einmal in den Yukon zurückkehrt und hätte Jocelyne mit ihrer bezaubernden Tochter kennengelernt und einen Hundeschlitten im Tiefschnee bewegt? Hätte ich jemals festgestellt, dass Weißwein genau so lecker schmecken kann wie Rotwein, wenn ich nicht bei Großfamilie Stohler auf der Summer Gate Winery gewesen wäre? Hätte ich jemals so leckeres Butter Turkey gegessen, wie von French Man Stephean in Penticton oder hätte ich mir auf die letzten Tage noch den Lighthouse Park in Vancouver angesehen ohne den Tipp von Melvin aus Großbritanien? Wohl kaum. Thanks Guys for the fun, the laugh and the support.


Oft habe ich mir gewünscht, dass das was ich hier erlebe und erfahre auch der ein oder andere zu Hause könnte. Geteiltes Glück ist ja bekanntlich doppeltes Glück. Ich bin mir mehr als bewusst, dass nicht alle Menschen die Möglichkeit haben ihre Träume zu leben obwohl sie es so sehr verdient hätten. Anderen, die es könnten, kann ich nur raten, macht es!!! Es gibt ja nur das eine Leben und sagt nicht später mal. Wer weiß schon was morgen ist.


Wie es mit mir weitergeht in den nächsten Wochen, weiß ich noch nicht wirklich. Fest steht, Kanada wird mich Wiedersehen. Wann und wie das wird sich zeigen. Ich hab ja da noch meine To Do Liste zum abarbeiten. :-)


Also Leute ich wünsch euch Merry Christmas and a Happy New Year. Passt auf euch auf, wo immer ihr seid.


bis bald


eure Lilli

Dienstag, 13. Dezember 2011

Auf die letzten Tage


Nun liegt auch meine Reise durch das Okanagan Valley und die westlichen Kootenay Rockies hinter mir. Ich sitze im Bus Richtung Vancouver und meine Ohren bekommen einmal mehr Bad Meets Evil feat. Bruno Mars mit Lighters zu hören.
Mein erster Tag in Penticton war gleich erstmal ein Day off. Ich hatte wohl auch was von dem Magen Darm Virus der Weinfamilie abbekommen. Gestern noch bei der Christmas Parade, heute im Bett. Da gerade mal drei Leute im Hostel weilten, hatte ich meine Ruhe. Im Nachhinein erfuhr ich, dass keiner der sechs Familienmitglieder verschont blieb. Ich habe es aber überlebt und startete am Montag meine Rundreise. Ich watschelte zur Budget Station und hatte das Gefühl, der Angestellte wollte meine Nerven prüfen. Nach einer minutenlangen Diskussion ob ich nun Schneereifen brauche oder nicht und ich mich breitschlagen ließ, folgte die nächste Auseinandersetzung, was diese komische CDW Versicherung angeht. Die war aber genauso teuer wie die Automiete an sich und so änderte ich meine Reservierung und verkürzte diese von sieben auf vier Tage. Die Schneereifen bekam ich dann geschenkt. Also für die Mietdauer versteht sich. Was der gute Budget Mann mir aber verschwieg, war, dass die Miete an sich für vier Tage genauso teuer ist wie für eine Woche und ich nur an der Versicherung spare, die sich tageweise errechnet. Ich mochte noch nie Budget doch es war die einzige Rental Firma im Ort. Was kostet die Welt und los ging es. Über Okanagan Falls, Oliver, Osoyoos ging es weiter bis nach Greenwood vorbei an hunderten von Winerys, Seen und Hügeln. Am nächsten Morgen führte mein Weg mich weiter nach Nelson. Ein Traum war die Fahrt über den Bonanza Pass. Der Highway war komplett freigeräumt und rechts und links erstrahlte Canada im Winterglanz. Eine Stadt, die man auf seiner Reise unbedingt gesehen haben muss, ist Nelson. Am Fuße der Kootenay Rockies, am Kootenay River gelegen, steht dieser Ort ganz weit oben auf meiner Liste. Aber das ist eigentlich Blödsinn so eine Liste. Hier hat jedes Fleckchen irgendwie was besonderes und seine Geschichte. Nach einem kleinen netten Plausch im Tourismus Büro, verschaffte ich mir zunächst vom höchsten Punkt Nelson´s einen Überblick und erkundete dann die Stadt. Bevor meine Reise mich nach Nakusp am Upper Arrow Lake führte, spazierte ich am Kootenay River entlang und versuchte zu begreifen. Zu begreifen, dass ich auch noch nach 14 Wochen noch nicht aus dem Staunen herauskomme und zu begreifen, dass die Zeit hier bald vorbei ist. In Nakusp erwischte ich ein Traum Motel. Das Zimmer im Canyon Court Motel war schon fast vier Sterne wert. Ich entschied mich gegen einen Besuch der Hot Springs und genoss den Sonnenuntergang am Upper Arrow Lake. Der letzte Tag meiner Rundreise. Zunächst setzte ich mit der Fähre von Fauquier nach Needles über und fuhr dann durch die Berge nach Vernon, Kelowna und zurück nach Penticton. Kelowna ist eine Stadt, die ich gerne noch einmal im Sommer erleben möchte. Bei meinem Besuch lag dieser Ort im Winterschlaf und trotzdem hatte er was. Es fällt mir echt schwer, das hier alles so genau zu beschreiben - ansehen und selbst ein Bild machen. Und dann war ich auch schon wieder in Penticton. Das Zimmer teilte ich die Nacht mit einem Mädel aus Dallas. Die restlichen vier Tage war ich allein. Freitag Abend war Action im Hostel. Im Ort war ein Roller Derby. Ich hatte keinen Schimmer was das war, aber meine Neugier trieb mich zu diesem Event. Da gibt es also zwei Teams, welche im Kreis laufen und von jedem Team muss eine Rollschuhfahrerin versuchen sich einen Weg durch die gegnerische Mannschaft - ich glaub es waren je vier - zu bahnen, die sich auf der Runde vor ihr befindet. Es darf mit dem Körper geschubst werden, aber nicht geschlagen, getreten oder ähnliches. Wer die meisten Runden am Ende geschafft hat, hat gewonnen. Verrückt oder? Nicht ganz ungefährlich das ganze. Es gab auch einen Fussbruch. Das tat aber der Laune der Mädels am Abend nix ab. Das Bier, welches da floß, war nicht ganz unschuldig daran. Auf meinem Rückweg schaute ich noch kurz bei einem Nachwuchseishockeyspiel vorbei. Die kleinen gehen aber auch schon ganz schön zur Sache. Nach einem easy day, ging es Sonntag gleich zweimal in die Kirche. Ist ja dritter Advent und so ein bisschen Weihnachtsstimmung fand ich nicht schlecht. Morgens so ne Art Gottesdienst und Nachmittag in einer anderen Kirche ein Theaterstück mit Choruntermalung. Während das Vormittagsprogramm nicht so mein Ding war, war ich vom Theater sehr angetan. Zwischendurch war ich auch noch im Casino, wo ich 17 Dollar Gewinn für mich verbuchen konnte. Wieder zurück im Hostel, war Stefan aus Frankreich, seines Zeichen Surfer und Snowboarder angereist. Coole Bilder aus Hawaii und aus den Bergen. Und interessant was man bei so einem Fotoshooting bei Burton oder Rossignol verdienen kann. Da war es auch nicht weiter tragisch, dass er mal eben 500 Dollar irgendwo verloren hat. Mit ihm und einem Ukrainer ging es am Abend zunächst in eine Kneipe, wo wir einen mega Berg Nachos aufgetischt bekamen, von den Getränken möchte ich nicht sprechen und anschließend ins Kino zu „New Year Eve“ gingen. An meinem letzten Tag verspielte ich meinen Gewinn im Casino wieder und verlasse somit das Okanagan Valley anders als erhofft nicht als Millionärin. Doch Geld macht bekanntlich nicht glücklich und somit hat das auch was gutes.
Meine letzten Tage in Vancouver werden eher von der ruhigeren Sorte werden. Spaziergänge, hier und da vielleicht noch ein kleines Mitbringsel besorgen und dann ist ja bald Weihnachten und Zeit zur Familie zu fliegen. Ich melde mich aber hier noch einmal.
bis dahin
eure Lilli

Dienstag, 6. Dezember 2011

Riesling, Muskat oder Kerner....

... gab es 2,5 Wochen zur Genüge. Ich war bei Familie Stohler auf der Summer Gate Winery zu Gast. So eine Anreise von Vancouver nach Summerland im Okanagan Valley kann ganz schön dauern. In den Hauptrollen: der Bus - wie sollte es auch anders sein - und meine Wenigkeit. Ich wollte den ersten Bus um 09:30 Uhr nehmen und war so um 08:00 Uhr im Busdepot. Doch der Bus war ausgebucht. Hmmh. Der nächste um 12:30 Uhr auch. So blieb mir erst der Bus um 14:15 Uhr. Okay dann kaufe ich halt ein Ticket dafür. Wie meine Kreditkarte funktioniert nicht? Der Bankautomat im Busdepot spuckte kein bares aus - das machen nämlich nicht alle Automaten in Kanada und so lief ich nach Chinatown zur nächsten Canada Trust Bank. Mein Gepäck stellte ich im Hostel ab, damit ich es nicht die ganze Zeit rumschleppen musste. Wieder zurück mit genügend cash, bekam ich mein Ticket trotzdem nicht. Ohne Gepäck was gewogen werden muss, kein Ticket. Aaaaah. Zurück zum Hostel, Gepäck geholt und dann hatte ich endlich meinen Fahrschein. Gut, dass mittlerweile kurz nach 9:00 Uhr war und ich nur noch fünf Stunden totschlagen musste. Irgendwann saß ich dann im rappelvollen Bus und los ging die Reise. Schnell war klar, dass wir in Westbank, wo ich umsteigen musste, nicht pünktlich ankommen werden. Der Winter war eingebrochen und da die Trucks die rechte Spur blockierten, war für alle anderen Fahrzeuge nur eine Spur frei. Mit 45 min Verspätung erreichten wir Westbank. Der Bus nach Summerland wäre eigentlich seit 30 min weg, aber da ich wohl nicht die einzige war, wartete dieser. Kurz vor 22 Uhr war ich am Ziel. Gillian holte mich freundlicherweise an der Station ab und gemeinsam ging es dann auf die Summer Gate Winery. Die vier Kids waren schon in ihren Betten und so begrüßte mich noch der Chef des Hauses Mike und Julian, ein junger Deutscher.

Die nächsten Tage gestalteten sich ganz anders als auf der Thistle Farm. Ich arbeitete nicht 6 h am Stück sondern immer mal wieder über den Tag verteilt. Dazu gehörten z. B. Äpfelbäume verschneiden, Winery säubern, Weintanks reinigen, Wein umfüllen, Schnee schieben, Bäume und die Winery mit Lichterketten schmücken, Hausaufgaben mit den Kids machen, spielen mit den Kids, beim Essen zubereiten helfen, Haus putzen etc. Das bei Nicola (2), Tobias (5), Natasha (8) und Katharina (10) immer Trubel herrschte, kann sich sicherlich jeder vorstellen. Trotzdem war mir zwischendurch manchmal ganz schön langweilig. Einzig am Tag des Light up Festival´s und einen Tag später bei der Weinverkostung war ich richtig gefordert. Naja ich war halt ein wenig zu spät, um bei der Weinernte mithelfen zu können. Dennoch lernte ich hier ne ganze Menge.

Und meine Snowmobiltour bekam ich auch noch. Dank des großen Grundstücks machte das auch richtig Laune und das auch noch für umsonst. Zwei kleine Hikingtouren schob ich zwischendurch noch ein, ansonsten war es in Sachen Naturerlebnissen ruhig. Eigentlich wollte ich hier bis kurz vor meinen Abflug bleiben, doch dann habe ich vom so umschwärmten Okanagan Valley im Prinzip nix gesehen. Also nehme ich mir jetzt noch einmal ein paar Tage ein Auto und sag in Oliver, Osoyoos, Nelson, Nakusp, Vernon und Kelowna "Hello".

bis denne

eure Lilli

Dienstag, 15. November 2011

Big Brother in Canada


Und schon wieder gibt es jede Menge zu berichten. Mein big Brother war zehn Tage im Land und der alte Mann musste ganz schön ran. Naja er kennt mich ja lange genug um zu wissen, dass faul rumhängen nicht mein Ding ist. Los ging es mit einer Sightseeing Tour durch Vancouver. Am Ende des Tages war René der Meinung, er hätte Vancouver fünfmal umrundet, dem war aber in Wirklichkeit überhaupt nicht so. Ich habe mich ja schon breitschlagen lassen, den Weg in den Stanley Park nicht zu Fuß zurückzulegen sondern den Bus zu nehmen. Am nächsten Morgen fuhren wir auf den Grouse Mountain. Aber viel los war da noch nicht. Die Gondel war zwar offen, aber oben wurde mit Schneekanonen nachgeholfen und der Eye of the Wind hatte auch geschlossen. So blieben wir nicht wirklich lange da und fuhren zurück nach Vancouver. Nach einem Bummel über die Robson Street ging es zum Footballspiel der BC Lions gegen Montreal. Die BC Lions gewannen haushoch mit 43:1. Übrigens kostet hier ein Bier umgerechnet 10 Euro.
An Tag drei ging es Richtung Whistler. Premiere auch für mich was die Nutzung des Greyhoundbus betrifft. Klappte alles ganz gut und nach knapp drei Stunden waren wir in unserem Luxus B&B angekommen. Am Abend inspizierten wir noch den olympischen Platz und gingen lecker im Amsterdam Pub essen. Dann war der Ziptrek Tag gekommen. Bissl Respekt hatte Brüderchen aber ich war locker drauf. Ich weiß bis heute nicht, warum ich beim Wasserskifahren mir damals so in die Hosen gemacht habe. Fünf Ziplines hatten wir zu bewältigen und es war mega cool. An der Freestyle Zipline trauten sich nur ein Mann und ich rumzuhampeln und auf dem Kopp sich zu drehen. Alle fünf Teilnehmer kamen heil wieder unten an und überlegten schon eine anspruchsvollere Tour gleich hinten ran zu hängen. René und ich liefen dann noch einmal hoch Richtung Blackcomb und sahen uns die Bob- und Rodelbahn an. Hatte irgendwie was. Am Abend gab es im irischen Pub lecker Essen bevor der Tag in der örtlichen Eishalle beim Thekenmannschaftshockeyspiel Summit vs. Dusty endete. Weiter ging es leider mit Dauerregen. Dazu passte meine fette Erkältung und meine Gliederschmerzen. So liefen wir nur kurz runter in die Stadt, nahmen zurück den Bus und chillten im B&B. Auch am nächsten Tag wollten die Wolken nicht verschwinden und nach einem kleinen Spaziergang an den Green Lake machten wir es uns im Hot Tub gemütlich. Später statteten wir dem Historic Museum noch einen Besuch ab. Obwohl ich jetzt nicht so der Museumsgänger bin, war ich doch angetan vor allem von der Olympiageschichte. Mit dem vierten und damit letzten 4 Sterne Frühstück endete unserer Aufenthalt.
Zurück in Vancouver ging es zu der Capilano Suspension Bridge. Bei Denny´s gab es lecker Abendessen und dann ging es ab in die Kiste.
Denn am nächsten Morgen ging es in das 2.500 km entfernte Whitehorse. Einfachhalber nahmen wir den Flieger. Und hier war er endlich. Der Schnee. Unser Zuhause für die nächsten zwei Tage sollte die Sky High Wilderness Ranch sein. Ohne Elektrizität und Warmwasser. Back to the roots. Ja auch das hat mir gefallen. Abend ging es noch auf Schneeschuhwanderung und dann warteten wir leider vergebens auf die Northern Lights. Die Wolken. Mal wieder. :-( Als ich am nächsten Morgen aus dem Bett kroch, hatte ich Besuch. Susann, die ich bei meinem ersten Stop in Whitehorse kennenlernte, war da. Cool. Wir hatten uns von den letzten Wochen viel zu erzählen, doch irgendwann war es 12 Uhr. Vier Stunden Sled Dog Tour. Das das so anstrengend ist, hätte ich nicht gedacht. Meine Hunde waren so stark. René´s machten auf dem Rückweg langsam schlapp, meine waren nicht müde zu bekommen. Im Schnee lag ich mit dem Schlitten sieben Mal. So oft wie wohl noch niemand, wie ich später hörte. Einmal waren meine Hunde samt Schlitten weg. Ich weiß nicht wie viel Bäume ich touchiert habe, es waren einige. Und während ich hier schreibe und mir die Bilder dieser Tour durch den Kopf gehen, meldet sich auch mein Muskelkater im Bauch und in den Armen. Hat bestimmt auch noch keiner gehabt. Aber Lilli ist eh anders als die anderen und das ist auch gut so. Fazit: Awesome. Nach einer kurzen Nacht ging es zurück nach Vancouver. Ich zog ins Hostel und dann ging es auf Andenkeneinkauf. Mit vollen Taschen checkte René am Flughafen gen Germany ein und ich machte mich auf den Rückweg zum Hostel.
Meine Reise geht nun weiter nach Summerland im südlichen Okanagan Valley auf eine Weinfarm. Bleibt zu hoffen, dass ich nicht jeden Abend besoffen ins Bett falle. Grins.
bis bald
eure Lilli

Montag, 7. November 2011

Farmville sei Dank

So da es schon Beschwerden gab, wo mein Bericht zum Farmaufenthalt bleibt, mache ich mich mal an die Arbeit.
Die ganze Geschichte begann etwas holprig. Lilli wollte nämlich clever sein und sah als sie durch Barriere fuhr, rechts neben dem HWY 5 die Straße mit dem Namen Westsyde Road. Diese muss ich doch auch von Kamloops aus Richtung Thistle Farm fahren, das muss die gleiche sein. Also rauf auf diese. Nur nach wenigen Metern war diese Straße nicht mehr asphaltiert. Langsam tuckerte ich dahin und hatte nach schätzen wir mal 20 bis 25 km wieder richtigen Belag unter meinen vier Reifen. Äääähm. Ich meinte drei. Denn einer war platt. So blieb mir nix anderes übrig als den nächsten vorbeikommenden Autofahrer anzuhalten. Das klappte auch sofort und schnell war der Reifen gewechselt. Beim nächsten Mal schaffe ich das allein. Das sah wirklich easy aus. Auf der Farm angekommen, wurde gerade eine andere junge Deutsche, die hier vier Wochen verbrachte, verabschiedet. Blieb noch Nicole, die schon fünf Tage hier war und mir zunächst mal alles erklärte. Die Farmerfamilie machte gleich einen netten Eindruck auf mich und ich war mir sicher, hier ein paar schöne Tage verbringen zu können. Ich hatte ein Zimmer im Nebenhaus und machte es mir hier gemütlich. An meinem ersten Arbeitstag war 6 h Möhren ernten angesagt. Manch einer findet das jetzt vielleicht langweilig, aber mir hat es wirklich Spaß gemacht. Es ist halt mal was anderes als 8 h sich mit Immobilien zu beschäftigen. :-) Am Freitag war dann Großeinsatz für den Markt am Samstag. Hier mussten diverse Gemüsearten gewaschen, sortiert und verpackt werden. Alles kein Problem, hatte ich doch Erfahrung durch meine virtuelle Farm im Internet. Am Samstag und Sonntag hatte ich frei und ging hiken bzw. in die Stadt Kamloops. Da die Farm etwas außerhalb der Stadt lag und abends mich immer die Langeweile plagte, bat ich Ryan, den Farmerssohn um ein Animationsprogramm. So gingen wir Sonntagabend auf Deer Schau, sahen aber keine und ließen den Abend am Lagerfeuer ausklingen. Nachdem ich mich am Montag um den Rotkohl gekümmert hatte, folgte Teil 2 des Animationsprogrammes. Mit Flashlight ging es auf eine Nachtwanderung, die es in sich hatte. Und dann sahen wir ein Deer und was für eins. Plötzlich stand es ein paar Meter vor uns und rannte auf uns zu. Wir sprangen auf den Zaun und der Hirsch zischte nur Zentimeter neben uns vorbei. Puh. Endlich bekam ich meine Action. Arbeitstechnisch stand in den nächsten Tagen weiter der Kohl und die Großaktion "Greenhouse Cleaning" auf dem Programm. Nach dem Abendessen am Freitag gab es dann noch eine Nachtfahrt mit Ryan. Bären sahen wir leider nicht, dafür aber einige Deer´s und einen Coyoten, der sich an einem toten Deer zu schaffen machte. Samstag fuhr ich dann mit auf dem Markt. Das hieß 4.30 Uhr aufstehen, LKW packen und los. In der Stadt Marktstand aufbauen und ab 8 Uhr soviel wie möglich Gemüse unter das Volk bringen. Es war ein guter Tag. Angela, die für die Thistle Farm arbeitete, hatte ihren kleinen Sohn dabei. Der war richtig spitze. Der kann später Vertreter werden. Ein großer Teil des Umsatzes geht auf seine Kappe. Am Abend fand dann noch eine kleine Halloween Party auf der Farm stand. Freunde der Familie kamen zum essen und Spaß haben. Alle waren super drauf und so hielt ich auch nach dem frühen Aufstehen bis 1 Uhr morgens durch. Der Sonntag war dann eher ruhig für mich, bevor ich am Montag meinem letzten Arbeitstag, mich noch einmal um das Gewächshaus kümmerte. Am Dienstag hatte ich bereits frei, dekorierte aber um 6 Uhr morgens bereits die Küche, da Debbie, die Farmersfrau Geburtstag hatte. Anschließend fuhr ich zum Visitor Center in der Hoffnung dort endlich ein paar Postkarten von Kamloops zu ergattern, die ich seit Tagen vergebens suchte. Und? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich bekam welche. Gegenüber befand sich die Aberdeen Mall und so huschte ich noch schnell durch die Gschäfte, nahm zwei Jeans für insgesamt 40 Dollar mit und fuhr in den Kenna Cartwright Park zum hiken. Mittwoch verließ ich die Farm und irgendwie verging die Zeit doch viel zu schnell. Ich habe mit Debbie, Dieter, Ryan, Carol, Hanny, Werner, Angela, Laura, Pat und Bran viele tolle Menschen kennengelernt und vielleicht schaffe ich es ja hin und wieder mit ihnen in Kontakt zu treten und im September 2012 gibt es ja das Erntedankfest und wer weiß, vielleicht bin ich mit von der Partie.
Mein Weg führte mich nun über den Lac Le Jeune und Logan Lake nach Vancouver. Kurz vor Vancouver übernachtete ich noch einmal und zwar im Auto, gab am nächsten Morgen meinen Flitzer am Flughafen ab und erwartete für den Abend meinen Bruder. Damit dieser mal richtig gefordert wird, hab mich mir einige spannende Dinge überlegt. Aber davon später mehr.
bis dahin
eure Lilli

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Die Rockies rocken

Hmmh. Nun ist auch schon die Zeit in den Rockie Mountains vorbei. Manchmal möchte man echt die Zeit anhalten.
Mit Übernachtungsstops in Harrison Hot Spring, Cache Creek und 2x Golden ging es nach Lake Louise. Als ich in Golden verweilte, erkundete ich ein wenig den Glacier National Park. Ich wollte ursprünglich einen längeren Trail laufen, aber irgendwie landete ich auf einem anderen Weg. Aber der hat mir an diesem Tag bei dem Wetter auch gereicht. Der Trans Canada HWY ist einfach nur wunderschön. Das war auch der Grund, weshalb ich solange bis in die Rockies brauchte, ich stoppte ja überall und wollte genießen.
In Field besorgte ich mir zunächst meinen Parkausweis, ohne den man in den Nationalparks sich mit dem Auto nicht fortbewegen darf. Hier bekam ich auch noch den heißen Tipp, die Takakkaw Falls und den Moraine Lake in meinen heutigen Tagesplan einzubauen, da die Straßen dorthin morgen ihre Pforten schließen. Doch zunächst ging es zum Emerald Lake und der Natural Bridge. Graaaaaandios dieser Tag. Ein Abstecher nach Banff folgte am nächsten Morgen. Ich wusste zunächst nicht, ob ich nur mal dort vorbeischaue oder auch Tage dort verbringe, aber mehrere Leute, die ich so in meiner Wellenlänge wähnte, meinten ich solle lieber für Jasper mehr Tage einplanen. Um es vorweg zu nehmen, sie hatten völlig recht. Dann kam der erste Schnee und Regen dazu und Liane entschloss sich zu einem Faulenzertag. Mit Mom & Dad geskypt mit Roland geskypt und ein paar Karten geschrieben. Dann ging es weiter nach Jasper. Aber zuvor musste ich mir noch den Lake Louise reinziehen. Richtig cool mit dem Schnee. Eine Stunde später machte ich mich über den Icefield Parkway Richtung Jasper auf. Kraaaas diese 250 Kilometer. Am Columbia Icefield hielt ich dann zum x-ten Mal auf dieser Strecke an und fuhr auf den Athabascar Gletscher. Nach sieben Stunden passierte ich das Jasper Eingangsschild. Am nächsten Morgen taten Claudia aus München, die ich bereits in Lake Louise traf und auch den Weg nach Jasper fand und ich uns zusammen. Wir packten noch Anton aus Rotterdam ein und hatten als Tagesziel den Mt. Edith Carvell ausgemacht. Wir schafften es bis nach ganz oben und Anton´s Füße, die halb abgefroren waren, überlebten diesen Tag auch irgendwie. Von 2.500 m Höhe hatten wir einen geilen 360 Grad Ausblick über die Rockies. Eine lockere Tour absolvierten wir am nächsten Tag. Mit dabei neben Claudia noch Melanie aus Frankreich und Lukas aus Deutschland. Der Magline Lake wurde inspiziert und anschließend der Maligne Canyon. Sooooo schön. Am Lake setzten wir noch Ansgar ab. Dieser crazy Guy aus Germany hatte sich den Skyline Trail ausgesucht und zog mit mindestens 25 kg Gepäck los - es ging ja zunächst nur 900 Höhenmeter bergan - und wollte am übernächsten Tag wieder auftauchen. Am Abend war Barbeque Time. Mit zwei Kanadiern aus Edmonton grillten wir bei Eiseskälte, aber Lilli wollte unbedingt draußen essen. Mit einem Lagerfeuer ging ein toller Tag zu Ende. Chillen hieß es am Sonntag und während dieser Phase, stand Ansgar plötzlich hinter mir. "Hallo." "Hä? Duuuuu wolltest doch morgen erst wieder hier sein?". Nun gut, Ansgar lief halt ein wenig schneller und machte die 45 km halt in zwei Tagen. Eigentlich ja 1,5 da er ja tags zuvor erst Mittags loslief. Großer Respekt. Und das bei der Jahreszeit. Nach dem Motto wer rastet, rostet gesellte er sich am nächsten Tag gleich wieder zu uns und zu dritt ging es den Wilcox Trail entlang. Eigentlich war der Sulphur geplant, aber der war closed. Nach 6 Stunden und 15 km hatten wir es geschafft und unsere Mission für diesen Tag erledigt. Mission??? Ja, genau. Im Hostel war nämlich noch "Shawn" aus Red Deer (Alberta), der davon überzeugt war, dass Claudia und ich Spione waren und einen Auftrag zu erledigen hatten. Was haben wir Spaß gehabt. Ich hau mich jetzt noch weg. Da fällt mir ein. Wo ist Bennooooo??? Der tauchte beim Lagerfeuer auf, keiner weiß wo er herkam und keiner weiß wo er gegen Mitternacht hinging. Er hatte nur die Gabe ins Feuer zu fallen, nachdem er zu tief ins Glas geschaut hatte und sich keine Verbrennungen zuzuziehen. Es war eine unbeschreiblich schöne Zeit in den Rockies, danke an alle die dabei waren. Bitte mehr davon.
Ich gehe jetzt erst einmal für 14 Tage auf eine Farm. Bin gespannt was mich da erwartet. Ich werde berichten und dann kommt ja schon mein big Brother zu Besuch.
bis denne
eure Lilli