Sonntag, 7. Juli 2013

Mein Leben ist alles andere als langweilig

Es wird langsam Zeit für eine Wasserstandsmeldung. Ich sitze gerade im Zug von Senftenberg nach Berlin und nutze die Zeit.

Wasserstandsmeldung, oh ja. Da hat es ja einige ganz hart getroffen. Meine Verwandtschaft hatte auch einen nassen Keller, aber nicht zu vergleichen mit den Menschen in Fischbeck, Gera oder anderen Orten. Das mit dem schwankenden Wetter ist hin und wieder ganz schön anstrengend. Wobei ich sagen muss, in den Urlauben dieses Jahr, hatten wir immer Glück. Und böse Zungen behaupten, ich sei ständig im Urlaub. Das dem aber gar nicht so ist, werdet ihr gleich mitbekommen.

Am ersten Aprilwochenende weilte ich kurz in Cottbus und nahm die Gelegenheit wahr, bei der internationalen Cottbuser Juniorenrundfahrt vorbeizuschauen. So sah ich meine NRW Radjungs wieder und weihte gleich meine neue Kamera ein. Samstag nachmittag machte ich mich wieder auf den Weg nach Berlin, haute mir Abend zwei Teller Nudeln rein und konnte so am nächsten Morgen fit an den Start des Berliner Halbmarathons gehen. Bis km 10 ging auch alles richtig gut, bis km 12 gut, bis km 19 mehr schlecht als recht und ab da ging nix mehr. Flasche leer. Ich erreichte irgendwann dann auch das Ziel und da mein Bruder eine Minute schneller war als ich, war auch der Familienfrieden in Ordnung.

Vier Tage später ging es dann mit meiner Firma auf Betriebsausflug mit Begleitung nach London. Hier wurden erstmal zwei Flieger gechartert. Einer flog von Berlin nach Malmö und weiter zum Zielort, der andere startete in Stockholm, flog nach Göteborg und dann in die englische Hauptstadt. Mit mehreren Reisebussen ging es nach Old Windsor in unser Hotel, hier noch ein kurzer Empfang und dann neigte sich der Tag dem Ende. Der Freitag stand uns zur freien Verfügung. Wie immer wenn ich in London bin, regnete es aber wir ließen uns die Laune nicht verderben und erkundeten die City. Weiter ging es am Samstag mit einer Infoveranstaltung, einem Sportevent - schon wieder laufen -, Musikquiz, Dart, Bullenreiten, Bier- und Weinverkostung. Nach dem Diner war noch Tanzbein schwingen angesagt und als der nächste Tag angebrochen war, legten wir uns ein wenig auf´s Ohr bevor es wieder in den Flieger gen Berlin ging. 

Dann stand die Einlösung von Andy´s Weihnachtsgeschenk an. Wochenende in Madrid inklusive Rammstein Konzert. Madrid ist schön, Rammsteinkonzerte werden wohl nie meins. 

Nun noch einmal vier Tage arbeiten und Erholung stand an. Diesmal zog es uns für eine Woche nach Kroatien. Eine so geniale Ferienwohnung, so geniales Wetter, eine so geniale Lage, wir wollten gar nicht mehr weg. Im nächsten Jahr sind wir wieder hier.

Die Tour de Berlin ließ ich mir dieses Jahr auch nicht entgehen. Schließlich hatte ich die U 23 Jungs um Ihren Landestrainer auch eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. Übrigens muss hier mal erwähnt werden, dass ich an diesem Freitag nach Himmelfahrt in Etage 1 die einzige anwesende Mitarbeiterin war. Nur um diesen o. g. Gerücht vorzubeugen. hi, hi.

Zu meinem Geburtstag hatte ich meine Eltern zu Besuch. Leider war das Wetter nicht so gut, sodass wir nicht wirklich viel unternehmen konnten. Aber war ja auch Champions League Finale und so konnten die beiden Experten Ex-Schiedsrichter Papa und Union Fan Andy wenigstens über die Fußballer philosophieren. Berufsschulkollegin und Freundin Aylin ließ es sich nicht nehmen, nach dem Junggesellinnenabschied einer Freundin in Berlin auf meinem Cafe, vor ihrer Heimfahrt nach Lüneburg, vorbeizuschauen. 

Eine andere Freundin aus der Berufsschule - meine Banknachbarin Anke - trudelte ein paar Tage später für eine Nacht ein. Gute Sache, dass viele Seminare von Unternehmen in Berlin stattfinden. Freu.

Am letzten Tag im Mai musste ich dann noch einem sportlich ran. 5x5 km Firmen-Staffellauf. Über 5.000 Staffeln waren an drei Tagen hier am Start. Ich schaffte meine persönliche Zielsetzung unter 30 min zu bleiben und möchte hier nochmal DANKE an die Organisatorin Peggy sagen, die das ganze, im wahrsten Sinne des Wortes nicht einfache Prozedere, bis zum Schluss bravourös gemeistert hat.

Schon am nächsten Mittag ging es mit dem Flieger nach Frankfurt. Hier wurde ich von meinem besten Kumpel Roland mit Freundin am Flughafen empfangen. Auch wenn die City Tour wegen dem nicht vorhandenen Bus ausfiel, waren es schöne Stunden. Sonntag morgen holten mich Radfreundin Peggy mit Familie ab und es ging zum brunchen. Nach einer Runde Spielplatz und Eis essen, setzte ich mich in den Zug Richtung Solingen. Hier noch kurz die S-Bahn genommen und in Hilden im Hotel eingecheckt. Mit den Ex-Kolleginnen Anne, Verena und Nina ging es zum Abendessen. Wirklich netter Abend und schön die Mädels mal wiedergesehen zu haben. Montag morgen gab es ne kurze Quasselrunde bei meinem Ex-Sponsor Jan mit seinem Unternehmen Hanseline. Weiter gings nach Düsseldorf zum Ex-Arbeitgeber. Da freuten sich einige mich mal wieder zu sehen. Die Zeit verging leider viel zu schnell und irgendwann war es an der Zeit sich Richtung Flieger zu machen. 

Luckau war ein paar Tage später mein Ziel. Deutsche Meisterschaft im Einzelzeitfahren der Juniorinnen und Junioren. Heiser kehrte ich zurück nach Hause und war Abend noch auf einem 50. Geburtstag geladen. Am nächsten Morgen ging es kurz zum Velothon und zu später Stunde ins Olympiastadion zum Depeche Mode Konzert. 

Jetzt war es Zeit, mein Geburtstagsgeschenk von meinem Schatz einzulösen. Ein Wochenende auf Rügen. Hier machten wir noch einen Ausflug zum Kap Arkona und versuchten ein wenig den Akku aufzufüllen.

Denn schon ein Wochenende später stand das 1. Familientischtennisturnier im Sachsenland an. Zehn Teilnehmer und ich wollte mindestens ein Spiel gewinnen. Mir gelang dies sogar vier Mal. Platz sechs am Ende. Und da Andy das ganze gewann, blieb der Pokal in Berlin.

Von diesen ganzen vollgepackten Wochen muss man sich irgendwann erholen und so stiegen wir am letzten Tag im Juni in den Zug zum Senftenberger See. Urlaub mal gleich um die Ecke. Ich nahm mein Rennrad mit und freute mich auf ein paar Kilometer im Sattel. Gleich am Montag schaffte ich 53. Am Mittwoch begleitete mich Andy, diesmal mit Tourenräder. Der Weg führte uns zum Aussichtspunkt Rostiger Nagel. 70 km standen am Donnerstag auf meinem Tacho, Freitag umrundeten wir gemeinsam mit Tourenrädern den Senftenberger See und gönnten uns ne Jetski Runde. Zum Abschluss des Aktivurlaubes ging ich noch einmal ans Limit. 90 Kilometer im Lausitzer Seenland. Nach zehn Monaten Rennradabstinenz war ich richtig stolz. Das reicht jetzt wieder für ne ganze Weile. Grins.

14 Wochen muss jetzt Geld verdient werden, bevor es wieder heißt: Uuuuuurlaub. Gebucht ist dieser na klar schon. Es geht in die Toskana. Und für nächstes Jahr stehen auch schon grobe Pläne. Aber bis dahin ist ja noch was Zeit.

Also passt gut auf euch auf. 

bis denne

Eure Lilli

Freitag, 29. März 2013

Happy Easter

Mensch jetzt haben wir schon wieder Ostern. In diesem Jahr weiße Ostern. Es schneit und schneit und der Winter will kein Ende nehmen.

Neben dem Wetter hat mich auch zwei Mal meine Gesundheit daran gehindert mich ordentlich auf den nächste Woche anstehenden Halbmarathon vorzubereiten. Da hat es mich doch glatt dieses Jahr gleich doppelt aus den Schuhen gehoben. Fieber, Gliederschmerzen vom allerfeinsten. Nun bin ich aber wieder fit und voller Tatendrang. Und dies auch dank Kollegin und Freundin Peggy, die mir das ein oder andere Mal in den A.... tritt. :-) Im Fitnesscenter bin ich nun auch angemeldet, habe hier auch schon einen Muskelkater davongetragen, aber von nix kommt ja bekanntlich nix. Drei Stunden Karenzzeit müssten aber beim 21 km Lauf machbar sein und so gehe ich optimistisch ins Rennen. Mal schauen vielleicht kann ich ja meinen Bruder hinter mir lassen.

Nun aber noch kurz einen Rückblick zu den letzten drei Monaten. Der dritte Silvestertrip an die polnische Ostsee war wieder einmal grandios. Was für eine Truppe. Spaß ohne Ende.

Das Sechstage Rennen fiel für mich wegen Krankheit aus, hatte ich mir doch vorher noch auf dem Ergometer die Lunge aus Hals geradelt um Freikarten zu bekommen. Auf ein neues in 2014.

Meine Reise nach St. Petersburg war cool. Zwischendurch dachte ich mein Kopf platzt, bei all den Informationen, die uns Sergej über die Geschichte der Stadt einflöste. Das so eine Reise mit vier Mädels nicht reibungslos läuft ist wohl allen klar. Da versucht die eine die Truppe vom falschen Bus zu überzeugen - aaaaah ich und Bus, da war doch mal was in Canada fällt mir eben beim tippen hier ein -, da hat die andere Flugangst, doch wir sind als Quartett los und gesund und munter als Quartett wieder in der Hauptstadt gelandet.

Ein paar Tage später war ich schon wieder unterwegs. Weg aus dem Winter, rein in den Sommer. Okay ganz so war es nicht, aber mit 18 Grad im Schnitt sehr angenehm. Tunesien war unser Ziel. Für Andy Urlaubsziel zum Fünften, für mich Premiere. Ausruhen und Akku für die nächsten Wochen auftanken. Das waren die gesteckten Ziele. Unser traumhaftes Zimmer mit Meerblick und wie schon erwähnt das Wetter halfen uns dabei. Lange Spaziergänge, Kamel reiten und Quad fahren rundeten die Zeit bestens ab.

Mitte März hatte ich dann die Kollegen zum Raclette geladen. War ne runde Sache denke ich. Alle sind satt geworden und Mundwinkel die nach unten gingen, habe ich auch nicht entdeckt. Letzten Sonntag war ich dann beim Champions League Spiel der Füchse gegen Athletico Madrid. Schade, schade. Es war sooooooo knapp.

Nun geht es holter die polter im April weiter. Nach meinem sportlichen Höhepunkt nächste Woche, geht es vier Tage später mit der Firma nach London. Vier Tage Betriebsausflug mit Begleitperson. Noch Fragen? Weiter geht es eine Woche später nach Madrid. Städtereise mit Rammstein Konzert. Mal schauen wie mir die Musik bekommt. Das ist jedoch im April nicht alles. Wieder zurück heißt es vier Tage Geld verdienen und ab in den Süden - auf nach Kroatien. Diesmal für beide Premiere.

Der Wonnemonat wird dann etwas ruhiger und spätestens dann gibt es hier auch wieder was zu lesen. Einige von euch haben die Ehre schon eher, da sie ja von meinen Reisezielen wieder Postkarten erhalten werden.

Also bis dahin. Passt gut auf euch auf und bleibt gesund.

die Lilli

Dienstag, 18. Dezember 2012

Merry Christmas

Ein paar Tage vor Weihnachten und dem Jahreswechsel - ich glaube nicht an den Weltuntergang - sollen hier noch ein paar Worte von mir nicht fehlen.

Es war ein aufregendes Jahr in vielerlei Hinsicht. Mit dem Umzug nach Berlin und der Aufnahme meines neuen Jobs habe ich alles richtig gemacht. Auch privat läuft alles seit Monaten bestens. Ich fühle mich wohl in Bärlin. Ich bin wieder näher an meiner Familie, an meinen alten Freunden und habe auch neue Freunde gefunden. Beim Fuß fassen in meinem neuen Arbeitsumfeld muss ich mich besonders bei Peggy und Monique bedanken. Die beiden haben es mir wirklich leicht gemacht mich einzuleben. Ja ich bin glücklich!!!

Zu den "Wessi´s" habe ich den Kontakt nicht abgebrochen. Manch einen Menschen vergisst man halt nicht. Kurz vorbeigeschaut habe ich im November bei den alten Kollegen und die Weihnachtskekse wurden auch in diesem Jahr nach Düsseldorf und Frankfurt/M. geliefert. Auf der Trainertagung in Duisburg habe ich meine Radspezis wiedergetroffen.

Dad´s 70. Birthday war klasse. Dank meiner Cousine haben wir kurzfristig noch ein kleines Programm auf die Beine gestellt und Pap´s war sehr happy. Unser Wellnesswochenende war okay. Thale ist sehr schön, aber Therme ist nicht so unser Ding.

Seit einigen Wochen bin ich außerdem Mitglied der Akelius Laufgruppe. Tapfer habe ich bisher nur einmal gekniffen. Sorry Björn. Die richtigen Laufsocken sind zwar noch nicht gefunden aber bis zum Halbmarathon im April bin ich fit und hoffe das nach 21 Kilometer noch nicht die 2 Stunden Marke auf der Digitalanzeige aufleuchtet.

Nun steht noch das Weihnachtssingen bei Union am Sonntag auf dem Plan, bevor ich Montag die Reise zur Familie antrete. Über Silvester geht es mit der Cottbuser Combo an die polnische Ostsee und dann erwarte ich das Jahr 2013 - mit viel Spaß und viel Spannung.

So dann wünsche ich euch Frohe Weihnachten und nen Juten Rutsch.

Passt gut auf euch auf.

Eure Lilli

Montag, 5. November 2012

Der Jahresendspurt....

ist voll im Gange.

Nach 2,5 Wochen arbeiten ging es mit meiner besseren Hälfte nach Schweden. Da wo wir bereits im Mai eine Woche verweilten, luden wir den Akku wieder auf. Wie gut mal sieben Tage nix tun sein können. Jetzt heißt es durchhalten bis Weihnachten, denn nicht nur mein Schreibtisch ist rappelvoll auch die Wochenende haben wir meist volles Programm.

So waren wir am gleichen Abend unserer Rückkehr aus Skandinavien beim Wildschweinessen meiner Kollegin und Freundin Peggy. Am nächsten Morgen war brunchen mit Ex-Kollegin und Freundin Anne mit Mann angesagt. Sie verbrachten das Wochenende in Berlin und erhielten Unterschlupf in meinen vier Wänden. Eine Woche später stand Besuch aus Bremerhaven, Frankfurt und Krefeld vor der Tür. Big friend Roland mit Familie vermissten mich :-) und hatten außerdem ein Date mit Udo. Nach einem ruhigen letzten Oktoberwochenende war ein paar Tage später Geburtstagsparty angesagt und gestern schaffte ich es auch endlich mal wieder in die Sportklamotten. Auf dem Berliner Oktoberfest hatte ich einem Start beim Berliner Halbmarathon 2013 zugesagt und um das Zeitlimit zu schaffen, muss ich wohl oder übel was dafür tun.

Kommendes Wochenende heißt es wieder feiern, dann geht es nach NRW zur Trainertagung und dann ist Dad´s großer Tag. 70 Jahre hat er dann auf dem Buckel. Schafft nicht jeder und deshalb muss das groß gefeiert werden. Vor Weihnachten gönnen wir uns auch noch ein Wellnesswochenende im Bodetal.

Auch 2013 wird nicht langweilig. Gebucht ist bereits eine viertägige Reise nach Russland mit drei Kollegen. Da bin ich ja mal gespannt was wir alles erleben werden. Das wird garantiert spaßig.

So dann kommt gut durch die kalte Jahreszeit und bleibt gesund.

Eure Lilli

Mittwoch, 19. September 2012

Back in Bärlin

Das war es also mit dem Kanadatrip 2012 und nun muss erstmal bissl wieder gespart werden.

Die letzten Tage waren noch mal richtig aufregend. Nachdem die Fähre in Port Hardy angelegt hatte, schmuggelte ich mich in den Shuttle Bus zum Airport Inn Motel. Dem Namen nach muss das Motel ja in der Nähe des Flughafens liegen. Dem war auch so. Den letzten Kilometer schlenderte ich kurz nach 23.00 Uhr eigenständig Richtung Abflughalle. Anders als im Internet war diese aber nicht 24 h täglich geöffnet sondern von 06.30 Uhr bis 20.30 Uhr. Was nun? Ich wollte hier doch auf der Bank übernachten. Und wie 06.30 Uhr? Der Flieger nach Vancouver geht doch um 06.45 Uhr?! Naja die werden schon wissen was sie tun. Also watschelte ich zum Motel zurück, nahm mir ein Zimmer für 111 Dollar. Was kostet die Welt?

Der Flughafen öffnete tatsächlich um 06.30 Uhr und auch der Flieger ging pünktlich um 06.45 Uhr. Es waren ja nur 13 Passagiere in der 19 fassenden Propellermaschine. Einsteigen musste man hier in gebückter Haltung. Gut das ich kein Problem mit dem Fliegen habe. In Vancouver angekommen, holte ich den Mietwagen ab und machte mich auf den Weg Richtung Kamloops. Dort war die Wiedersehensfreude beiderseits riesengroß. Das Schwein drehte am Grill schon seine Runden, doch ich genehmigte mir erstmal ein Stück Pflaumenkuchen von Hanny und ne Quasselrunde. Beim Abendessen waren meine Augen größer als mein Magen. Sah aber auch alles leeeecker aus. Circa 200 Leute verbrachten einen netten Samstag und um 0.15 Uhr fiel ich ins Bett. Am nächsten Morgen noch mit den auf der Farm übernachteten Leuten gefrühstückt, anschließend bin ich zur Shoppingtour in die City und dann wieder nach Vancouver. Auto abgeben und ab ins Hostel und Mitternacht ins Bett.

Den letzten Tag schlenderte ich noch nach Downtown Vancouver, kämpfte mit einer Erkältung und erlebte noch hautnah Action wie ich sie bis dato nur aus dem Film kannte. Am Ende klickten die Handschellen und die Welt war wieder ein wenig sicherer. hi, hi.

Mit nem dicken Schnupfen und Halsweh trat ich die Heimreise gen Bärlin an. Zunächst etwas über drei Stunden nach Minneapolis, dann weiter nach Amsterdam und dann konnte Schnuckel seine Hexe wieder in den Arm nehmen. Jetzt heißt es 2,5 Wochen rackern und dann ruft auch schon Schweden. Aber da wird nur gechillt - eine Woche lang.

bis dahin
eure Lilli

Samstag, 15. September 2012

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen


Die Leute mit denen ich auf meiner Reise ins Gespräch komme, erklären mich für verrückt. Brauchen Sie aber gar nicht. Ich weiß es selber. Langweilig wäre ja auch doof. Zugegeben ein paar Stunden mehr Schlaf würden mir ganz gut tun. Aber für meinen Schlafmangel kann ich zum Teil ja überhaupt nix. Ich habe dieses Jahr halt keine vier Monate sondern nur zwei Wochen Zeit mein Altersruhestandsland zu erkunden.

Der Bus von Calgary nach Jasper mit Umstieg in Edmonton fuhr pünktlich ab. Bis Edmonton lief auch alles perfekt. Ich hatte die letzte Reihe für mich und konnte so schon mal ein wenig Augenpflege vornehmen. In Edmonton hatte ich dann 1,5 Stunden Aufenthalt und dann schnappte mir doch tatsächlich eine Asiatin den Platz weg. Naja manchmal verliert man, manchmal gewinnen andere. So versuchte ich irgendwie meine alten Knochen so zu biegen und drehen, dass ich auch auf zwei Sitzen einigermaßen mich entspannen und schlafen konnte. Funktionierte anfangs auch gut, doch schon nach ein paar Kilometern hielten wir mitten auf dem Highway an. Der Busfahrer machte eine Durchsage, dass er sich nicht wohl fühlt und er sich wohl bei seiner Tochter angesteckt hat. Na hoffentlich geht das gut. Mitten in der Nacht und dann will er das vier Stunden lang durchhalten? Es kam ein Stopp nach dem anderen. Mal auf einem Rastplatz, mal auf dem Highway. Wenn wir dann mal fuhren, dann mit geschätzten 60 km/h und Warnblink. So wurden aus den geplanten vier Stunden 6,5 Stunden. Ich hatte kaum ein Auge zugemacht, aber böse war ich diesmal dem Busfahrer nicht. Er tat mir eher leid. Warum habe ich eigentlich keinen Busführerschein? Letztendlich kamen wir in Jasper alle um 06.30 Uhr heil an. Nun hieß es sechs Stunden die Zeit totschlagen bis mein Zug nach Prince George fährt. Erst versuchte ich im Warteraum noch ein wenig zu dösen, doch auch das war bis 08:00 Uhr eher schwierig. Eine Seniorenreisegruppe hatte den Rocky Mountaineer gebucht und wartete ungeduldig auf die Abfahrt. Mit diesem Zug wäre ich auch gerne gefahren, aber da muss ich wohl vorher noch einmal mit Pär reden. So blieb mir die Economy Class im Via Rail. Ist ja auch nicht schlecht. Ich ging dann noch ein wenig durch Jasper spazieren, hier kannte ich mich ja schon vom letzten Jahr her aus, kam mit einem Kanadier ins Gespräch, der in Jasper ein B&B betreibt und seine Visitenkarte loswerden wollte und checkte schließlich mein Gepäck ein. Das kommt hier nämlich alles in einen Gepäckwagen. Pünktlich wurde zur Abfahrt gepfiffen und vielleicht eine Minute später war ich eingeschlafen. Nicht das jemand jetzt denkt, ich habe bis Prince George durchgeschlafen. Nee, nee. Erstens war ja Landschaft anschauen angesagt und zweitens hielt ein vierjähriges kanadisches Mädchen den ganzen Wagen bei Laune. Da mir Zugverspätungen aus Deutschland bekannt sind, war ich nicht verwundert über die verspätete Ankunft und mit knapp 45 Minuten war das auf dieser acht Stunden Reise noch völlig okay. Ein älterer Kanadier hatte wie ich das gleiche Hostel gebucht, also hängte ich mich gleich einmal an seine Fersen. Schnell noch in Supermarkt, bissl im Internet surfen und dann Licht aus. Acht Stunden Schlaf. Oh wie schön. 

Aber von ausgeschlafen konnte keine Rede sein. Wieder ging es zum Zug und um 08:00 Uhr sollte es weiter nach Prince Rupert gehen. Zwölf Stunden Zugfahrt. Los kamen wir eine Stunde später. Die Tour war nicht nur landschaftlich gesehen der Hammer. Mit vier Stunden Verspätung kamen wir am Zielort an. Lustig fand das keiner der Passagiere mehr und da tröstete auch der 50 % Rabatt auf die nächste Zugfahrt in Kanada nicht. In Kanada ist es nämlich so, dass die Güterzüge Vorfahrt haben, d. h. wenn ein Schiff in Prince Rupert angelegt, wird der Zug vollgeladen und fährt ab. Kommt es also auf dem Schienennetz zu Überschneidungen, muss immer der Personenzug warten. Das war halt nicht ein- oder zweimal der Fall, das war eher zehn Mal so. Wieder war der nette Herr in der gleichen Unterkunft und auch ein englisches Pärchen. Also alle in ein Taxi und so schnell wie möglich ins Bett. Denn auch die Engländer hatte die Fähre am nächsten Morgen um 07:30 Uhr gebucht, was bedeutete wir mussten um 05:30 im Terminal sein. So blieben mir in dieser Nacht knappe vier Stunden. 

Ja und nun sitze ich hier auf der Northern Expedition, gebaut in Deutschland, bekämpfe meine Müdigkeit mit der atemberaubenden Landschaft in der sogenannten „Inside Passage“, winke den Walen zu und gönne mir nach Tagen mal eine warme Mahlzeit. Um 22:30 Uhr ist die geplante Anlegezeit in Port Hardy, von wo aus ich irgendwie zum zehn Kilometer entfernten Flughafen kommen muss, um um 06:45 Uhr den Flieger nach Vancouver besteigen zu können. Wird also wieder eher wenig mit schlummern außer vielleicht auf dem Flughafen á la Tom Hanks. Mit dem Auto geht es dann nach Kamloops zum Harvest Fest bei meiner Farmerfamilie aus dem letzten Jahr und von Samstag zu Sonntag schlaf ich dann mal aus.  So ist jedenfalls der Plan. Und sollte das nicht klappen, habe ich ja Mitte Oktober noch einmal eine Woche lang Zeit zum chillen. :-)

Ich melde mich dann vor meinem Abflug nach Deutschland noch einmal mit den letzten Erlebnissen. 

bis dahin

eure Lilli

Mittwoch, 12. September 2012

The never ending story

Wer meinen Blog im letzten Jahr verfolgt hat, der kann sich sicherlich noch daran erinnern, dass die Busfahrer hier in Kanada nicht gerade meine besten Freunde waren. Dieses sollte sich in diesem Jahr fortsetzen. In Calgary auf dem Flughafen angekommen, wartete ich auf den Bus 300 nach Downtown. Dieser kam dann auch und ich nahm Platz. Ich hatte alles unter Kontrolle, wusste genau wann ich den Halteknopf betätigen und wann ich aussteigen muss. Am Calgary Tower angekommen, hatten wir fünf Minuten Pause, die nächste Haltestelle war meine. Also stand ich gleich, nachdem der Bus sich wieder in Bewegung gesetzt hatte, auf und drückte den Knopf. Doch der Bus hielt an der nächsten Haltestelle nicht. Jetzt wusste ich nicht ob ich lachen oder heulen soll. Ich entschloss mich für den Mittelweg. Ich nahm es mit Fassung. So blieb mir nix anderes übrig, als eine Station weiter den Bus zu verlassen und ein ganzes Stück mehr zu Fuß zum Hostel zu laufen.

Nach dem Einchecken ging es zur Besichtigungstour. Ich lief ne kleine Runde durch die den Prince Island Park und erkundete Downtown. Am nächsten Morgen kümmerte ich mich als erstes um mein Busticket nach Jasper. Man weiß ja nie. Nachher ist der Bus ausgebucht und ich verpasse in Jasper meinen Zug. Noch ein wenig durch die Stadt geschlendert und dann meinen Mietwagen für die nächsten zwei Tage. Ich hatte nen Kleinwagen reserviert. Bekommen habe ich einen coolen Dodge.

Montag ging es dann in den knapp 300 Kilometer entfernten Waterton National Park. Im letzten Jahr hatten mir diesen Nationalpark ein älteres Ehepaar aus dem Osten Kanada, die mein Bruder und ich in Whistler trafen, empfohlen. Dies war auch Punkt zwei auf meiner To Do Liste. Auch Pat, der Kanadier wo ich die ersten Tage zu Gast war, sprach von dem wunderschönsten Platz in Kanada. Ich war richtig stolz auf mich. Nicht einmal verfahren, aber Calgary und Umgebung ist auch übersichtlicher als Vancouver und schwups war ich da. Zunächst war das Wetter noch okay und so fuhr ich als erstes zum Cameron Lake, absolvierte da den Cameron Lake Trail und dann öffnete der Himmel seine Pforten. Ich wollte ursprünglich noch den Bears Hump laufen, doch bei Hagel verging mir die Lust. So fuhr ich noch zum Red Rock Canyon, wo das Wetter etwas besser war, lief da noch ne Runde und jaaaaaa ich sah auf dem Rückweg kurz vor dem Parkausgang einen Schwarzbären. Trotz des Wetters fand ich den Park wirklich grandios. Zum Sonnenuntergang war ich wieder in Calgary und machte mich noch schnell auf den Weg zum Calgary Tower. Hier wollte ich auch noch hoch und die Stadt im Dunkeln von oben sehen.

Eigentlich war am heutigen Dienstag noch ein Ausflug nach Lake Louise geplant. Ich war morgens um 6.30 Uhr jedoch so müde, dass ich beschloss meinen Plan zu ändern, auszuschlafen und dann nur noch in den Olympic Park zu fahren. Die nächsten Tage werde ich eh nur wenige Stunden zur Nachtruhe finden und so konnte ich in aller Ruhe das Auto am Mittag zurückgeben und mich auf den Weg zum Busdepot machen. Hier sitze ich nun, schreibe diese paar Zeilen und warte auf die Abfahrt. Zunächst geht es Richtung Red Deer und Edmonton. Hier wechsele ich den Bus und gegen 4:00 Uhr morgens erreiche ich Jasper. Um 12:45 Uhr fährt dann mein Zug nach Prince Rupert. Von da aus, hoffe ich mich wieder melden zu können.

bis dahin

eure Lilli